In der Eifel gibt es mehr als 20 inhabergeführte Buchhandlungen, zum Teil bestehen sie seit fast 100 Jahren. Was macht sie so besonders, und was empfehlen die Buchhändler und Buchhändlerinnen aus der Region als ihr Weihnachtsbuch von Eifler Autoren oder über die Eifel?
Viereinhalb Jahre dauerte die Generalsanierung der Bad Münstereifeler Buchhandlung „Mütters“ nach der schweren Erftflut vom 14. auf den 15. Juli 2021. Seit Mitte September hat Josef Mütter sein Reich im rund 500 Jahre alten Fachwerkhaus wieder geöffnet. Dass Ausweichquartier um die Ecke ist Geschichte. „Es ist einfach ein schönes Gefühl, wieder hier zu sein“, strahlt Josef Mütter, „die Menschen freuen sich, dass das dunkle Haus hier an der Ecke zur Marktstraße wieder erleuchtet ist.“.



Innen drin ist nach der Generalsanierung alles neu – bis auf das bekannte alte rote Sofa, dass Mütter vor dem Hochwasser retten konnte. Es steht prominent in der Leseecke. Hinter einer Säule, die mit rot-orange leuchtendem Salzblock verkleidet ist. Es stamme von einem Freund, der einen Salzstock besitze, so Mütter. Das Ergebnis sieht nicht nur schön aus, es ist natürlich auch in der Region in der Form ein Unikat – „und das Salz schafft ein angenehmes Raumklima“, so Josef Mütter.
Ein Unikat ist auch die Büchersäule mit Brunnenscheibe direkt neben der Eingangstür: Sie sei genauso hoch, wie der Stand der Erft in seiner Buchhandlung vor viereinhalb Jahren, so Josef Mütter.
Erschienen in EIFEL hautnah 4-2024:
Nachts nicht im Museum, sondern in der Buchhandlung! Für junge wie alte, kleine wie große „Leseratten“ oder „Bücherwürmer“ ist das ein verlockendes Angebot. In „Reinhardts Lesewald“ in Zülpich an der Kinat, also mitten in der Stadt, ist das ein Angebot, das Claudia Reinhardt schon seit einigen Jahren macht. „Dann können Sie in Ruhe schmökern“, wirbt die Buchhändlerin mit Blick auf die 125 Quadratmeter große Fläche, auf denen das Vollsortiment des Buchhandels zu finden ist: Belletristik für alle Altersstufen, Sachbücher, der Non-Book-Bereich gerade jetzt mit vielen Kalendern.
Wenn nach Feierabend die Buchhandlung für den Publikumsverkehr geschlossen ist, feiern die Freunde des ungestörten Lesevergnügens hier auch schon mal Geburtstag – sage keiner, eine Buchhandlung sei eher was für introvertierte Pageturner-Aficionados! Auch in Buchhandlungen in Wittlich oder Bitburg wird die geschlossene Veranstaltung angeboten.
Fragt man Claudia Reinhardt, welches „gute Buch“ aus oder über die Eifel sie denn als Weihnachtsgeschenk empfehle, zögert sie nicht lange: „Monschau“ von Steffen Kopetzky, ein Roman, der ein wenig bekanntes Kapitel der Nachkriegszeit erzählt, als es 1962 im Tuchmacherstädtchen zu einem Pockenausbruch kam. „Das Virus breitete sich im Karneval aus“, so Reinhardt. 58 Jahre später war eine Karnevalssitzung im niederrheinischen Gangelt einer der Superspreader für das Coronavirus.

Vom äußersten Zipfel der Nordeifel – so ordnen die Touristiker Zülpich ein – zu einer weiteren, nordwestlicheren Randlage. In Simmerath hat die seit 40 Jahre bestehende inhabergeführte Aachener Buchhandelskette Backhaus neben dem Standort in Nettersheim seit einigen Jahren eine zweite Eifel-Filiale eröffnet. Das Besondere an der Simmerather Hauptstraße befindet sich im hinteren Teil der Buchhandlung.
Der Geschichtsverein Monschauer Land hat ein ganzes Regal für seine Veröffentlichungen, auch für ein größeres Antiquariat etwa mit älteren Jahrbüchern. „Wir bekommen immer wieder Nachlässe mit denen wir auffüllen können“, so Maria Schröder. Sie weist zudem auf andernorts kaum zu bekommende Bücher des „Doyens der Regionalliteraturforschung der Eifel“ hin: Elmar Neuss hat „Das Monschauer Land im Mittelalter“ beschrieben (Verlag für Regionalgeschichte). Neu erschienen ist auch eine Darstellung über „Das Kriegsgefangenenlager an der Florabrücke in Monschau“ von Dieter Lenzen.
In Simmerath hat der Geschichtsverein Monschauer Land ein ganzes Regal für seine Veröffentlichungen.
In der Simmerather Buchhandlung sind die Ereignisse rund um den Zweiten Weltkriegs im Monschauer Land eben immer noch für Rechercheüberraschungen gut. Auch der Weinachts-Buchtipp von Backhaus-Mitarbeiterin Dr. Anne Syndram ist ein zeitgeschichtlicher: Albrecht Pütz hat in „Hecht in Himmerod“ einen Roman über die Geheimtagung ehemaliger Wehrmachtoffiziere in der Abtei Himmerod zur Vorbereitung der Wiederbewaffnung Westdeutschlands geschrieben. Ein Kapitel der Nachkriegszeit, das weitgehend unbekannt ist und kaum mit der einstigen Zisterzienserabtei im idyllischen Salmtal in der südlichen Vulkaneifel verbunden wird.

Es geht um Bücher, doch eigentlich ums Überleben: Wenn Thomas Pavlik, mit seiner Frau Kirsten Inhaber der Buchhandlung in der Bahnhofstraße in Kall, von der Hochwassernacht des 14. auf den 15. Juli 2021 erzählt, dann hält man den Atem an. Seine Buchhandlung wurde bis knapp unter die Decke geflutet, ein wirtschaftlicher Totalschaden. Zum Glück war Pavlik gut versichert. Doch was er selbst in dieser Nacht erlebte, ist ja noch viel dramatischer. Er habe noch am frühen Abend versucht zu retten, was zu retten ist, aber mit dem schnell steigenden Wasserstand musste er sich dann selbst in Sicherheit bringen. Ein Unterfangen, das zu misslingen drohte. Immer wieder sei er hinter dem Buchhandlungsgebäude von den Wassermassen mitgerissen worden, verzweifelt und vergeblich versuchte er, sich auf höhegelegene Flächen etwa im Hof der Kaller Post zu retten. Sein Leben verdankt Pavlik dem zupackenden Griff eines Kaller Feuerwehrmannes, der ihn aus dem Wasser zog.
Die Buchhandlung aber schien verloren. Der erste Eindruck am Tag danach: verheerend. Doch für Thomas Pavlik war klar: Aufgeben ist keine Alternative! Und dann passierte Wunderbares: „Die Branche hat mir wirklich geholfen. Verlage haben gespendet, Kollegen Sparbüchsen in ihren Buchhandlungen aufgestellt“, strahlt der Buchhändler im Rückblick. Schon am 20.November, ganze vier Monate nach der Katastrophe, konnte er seine Buchhandlung wieder öffnen. Als einziges Originalinventar hatte „dieser wirklich nicht schöne braune Fußboden“ das Hochwasser unbeschadet überstanden und war noch zu gebrauchen.
Thomas Pavliks Buchhandlung in Kall war „bis unters Dach“ beim Julihochwasser 2021 geflutet. Er überlebte knapp. Und baute seine Buchhandlung wieder auf.
Auch Thomas und Kirsten Pavlik sind seit Wochen im Vorweihnachtsstress. Zeit für den Lesetipp zum Fest ist dennoch da. Ein Eifelkrimi: Olaf Müllers „Endstation Rursee“. Müller, gelernter Buchhändler, ist Leiter der Kulturbetriebe der Stadt Aachen, und kann „sehr unterhaltsam“ erzählen, meint Pavlik. In Müllers neuesten Eifelkrimi geschieht Mörderisches ausgerechnet rund um die Feiern zum 120. Geburtstag der Krimiautorlegende Georges Simenon.
Noch gewaltiger als in Kall hat das Julihochwasser von 2021 in Bad Münstereifel gewütet. Die Buchhandlung von Josef Mütter an der Ecke Markt/Marktstraße soll endlich 2025 wiedereröffnet werden. Dramatische Fotos in den Schaufenstern und Markierungen an der Fassade dokumentieren den damals stündlichen Anstieg des Pegels. „Auch wir hatten Unterschenkel hoch das Wasser hier stehen“, meint Brigitte Crump-Schooß wenige aber entscheidende höhere Meter entfernt.

Sie steht in der Buchhandlung „Leserei“, seit 2009 am Platze, von Katharina Pütz geführt. Hier geht es für die Bücherfreunde im Carree: Die Verkaufsräume mit den dicht gefüllten Wandregalen sind um ein Treppenhaus ins Obergeschoss angeordnet. Rückseitig gibt es einen kleinen Hinterhof, einer von zwei Orten für Lesungen oder kleine Konzerte. Denn auch im Obergeschoss ist ein Raum für an die 40 Plätze, zudem an den Wänden Kunst in Wechselausstellungen. Zwei solche Angebote für Leserinnen und Leser hat unter den mehr als 20 inhabergeführten Buchhandlungen in der Eifel sonst keine zu bieten.
Der Weihnachtsbuchtipp von Brigitte Crump-Schooß ist ein moderner Klassiker: Der von Manfred Lang herausgegebene Reader „Eifel-Winter“: „Das sind herrliche Geschichten für lange Abende vor und nach Weihnachten“, so die Fachfrau.
In der „Bücherecke“ von Renate Elsen in Blankenheim fühlt man sich ein klitzekleines bisschen an „Shakespeare & Company“ in Paris erinnert.
Eine Buchhandlung ist eine andere Welt. Wer schon einmal bei „Shakespeare & Company“ in Paris war, oder die Kunstbuchhandlug Walther König in der Kölner Ehrenstraße kennt, kennt dieses Eintauchen in einen besonderen Kosmos. Die alteingesessene „Bücherecke“ von Renate Elsen an der Bahnhofstraße in Blankenheim ist da einen Besuch wert. Hier ist nichts auf Palletten in breiten Gängen als Massenware drapiert wie in Großfilialen bundesweiter Filialisten, stattdessen sind die hintereinander liegenden mit Büchern übervoll gepackten kleinen Räume der „Bücherecke“ verwinkelt, unübersichtlich – und immer für Überraschungen gut. Ein eigener Büchertisch war vor kurzem noch mit den „Nominierten des Deutschen Buchpreises“ bestückt.
Die „Bücherecke“ verseht sich eben auch als „Literarische Buchhandlung“, so Mitarbeiterin Gabriele von der Heydt. Hier gibt es Raritäten, Klassiker, und immer wieder aus den Büchern herausschauende „Kurzrezensions-Zettelchen“: Lesetipps und Urteile des Teams. Am überraschendsten und zum Anspruch passend ist wohl der regelmäßig tagende „Lesekreis“: „Wir suchen uns ein Buch aus, das wir alle lesen, und dann drüber sprechen. Das kann Belletristik, oder auch einfach schöne Poesie sein“, so von der Heydt. Der „Lesekreis“ ist grundsätzlich für Neugierige offen. „Bücherecke“-Inhaberin Renate Elsen empfiehlt Historisches: Heinrich Pieroths historische Schwarz-Weiß-Fotos aus der Eifel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eine Zeitreise.

Von Blankenheim geht es nun in südwestlicher Richtung weiter. In Prüm gibt es gleich zwei Buchhandlungen, die Buchhandlung Behme und die Buchhandlung Hildesheim von Sabine Rehm. Gründer war ihr Großvater vor rund 80 Jahren, und was Opa wie Enkelin antreibt ist die Passion fürs Buch. „Ich bin hier schon dringestanden seit ich laufen konnte. Ich habe mir nichts anderes vorstellen können, als hier zu arbeiten und die Buchhandlung weiterzuführen“, meint Sabine Rehm.
Ihr Reich der gebundenen Seiten ist bis in den letzten Winkel bestückt auf kleinem Raum. Neben einem ansehnlichen Sortiment an Zeitschriften ist ein seit ungefähr zwei Jahren anwachsendes Buchsortiment auffällig: Die Literatur für „Yong Adults“ füllt auch in der Prümer Traditionsbuchhandlung schon fast ein eigenes Regal.
Mit der neuen jungen Leserschaft hat sich auch die Buchkritik geändert: Sie ist Tic-Toc-tauglich: kurz.
„Das lieben die Teenager vom Regino Gymnasium, die kommen nach Schulschluss rein und stehen staunend davor“, so Rehm. Eine neue junge Leserschaft liebt dickleibige, mit pastellfarbigem oder leuchtend buntem Einband gebundene Bücher, die einen möglichst aufwändigen farbigen Schnitt haben sollten. In großen Buchboxen sind gesammelte Werke oder alle Serienbände erhältlich – billig ist das nicht. Doch das Marktsegment – es gibt für das Genre eigene Literaturempfehlungen in den sozialen Medien, gerne wird auch im englischsprachigen Original gelesen – ist auch für Rehm mittlerweile umsatzrelevant. Bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war eine ganze Messehalle den optisch auffälligen Coming-of-Age-, Fantasy- und Liebesromanen 2.0 reserviert. Es gab am Einlass lange Warteschlangen.
Sabine Rehms Lesetipp: Monika Rolefs im Selbstverlag herausgegebene zweibändige Geschichte über „Das neue Prüm“. Was die Ehrenbürgerin der Abteistadt da alles an eigenen Geschichten aufgeschrieben und mit vielen Fotos aus ihrer großen historischen Sammlung zusammengestellt habe, sei „beispiellos“, so die Buchhändlerin. „Jeder, der es in Prüm zu irgendwas gebracht hat, ist drin“, ist sie überzeugt. Kurz: ein Buch für Prümer, Nichtprümer, Möchtegernprümer und Niederprümer.

Weiter in Richtung Südeifel hat eigentlich auch die Kreisstadt Bitburg zwei Buchhandlungen. Eigentlich, denn „Leseohr“ in der Fußgängerzone ist vor kurzem geschlossen worden. Die Buchhandlung „Logos“ an der Trierer Straße ist noch da, eine von drei Filialen der inhabergeführten Buchhandlung Thiemann aus St. Vith. Auffällig im hellen großen Verkaufsraum ist die umfangreiche Abteilung mit Büchern für junge und jüngste Leser, angefangen vom Bilderbuch und Bücher zum Vorlesen über Kindersachbücher und Literatur für Erstleser. Die Jugendbuchabteilung ist nach Büchern für Jungen und Mädchen getrennt. Literatur für „Junge Erwachsene“ hat hier sogar einen Sondertisch nahe des Eingangs, das ist definitiv verkaufsfördernd.
„Man unterhält sich mit den Kunden, berät sie, fragt nach literarischen Vorlieben und was zuletzt gelesen wurde“, erläutert Buchhändlerin Verena Kronenbürger was sie und ihre Kolleginnen und Kollegen in den Eifeler Buchhandlungen von allen noch so guten Online-Bestellportalen unterscheidet. Ihr Weihnachts-Eifelbuchtipp ist ein Eifelkrimi von Ralf Lano. „Lano erzählt einfach gut“, meint Kronenbürger.

Wer eine glückliche Buchhändlerin erleben möchte, der muss in die Altstadtbuchhandlung in der Burgstraße in Wittlich gehen, der zweiten in der „Säubrenner-Stadt“ neben der Buchhandlung Nels in der Trierer Straße. In der Altstadtbuchhandlung hat sich Katharina Rodermund seit dem 7. Oktober „meinen Lebenstraum erfüllt: eine eigene Buchhandlung!“ Zuvor hatte die Buchhändlerin einige Jahre mit Vorinhaberin Claudia Jacoby zusammengearbeitet, die auch weiter dabei ist. „Bücher aus Klein- und Kleinstverlagen“ sind ein eher seltenes Angebot, das in Wittlich zu finden ist. Dazu kommen wie auch in Bad Münstereifels „Leserei“ Autorenlesungen, pro Jahr mehr als ein Dutzend.
Ein anderes Extra für Bücherfreunde ist das „Bücher-Abo“, das zahlreiche Abonnenten hat: „Wir geben den Interessenten zunächst einen Fragebogen, und erkunden so Leseinteressen“, erklärt Rodermund. Auf Basis der Daten sucht das Team dann pro Monat ein Buch aus und schickt es den Abonnenten nach Hause. Die alte Lesezirkel-Idee neu aufgelegt.
In Deutschlands Krimihauptstadt hat die Buchandlung „Lesezeichen“ natürlich ein „Krimi Kabinett“.
Wie ihre Kollegin in Prüm empfiehlt Rodermund Besonderes zu Weihnachten: „Unser Wittlich Wimmelbuch“ von Katharina Thewalt, erschienen als Teil einer ganzen Reihe im Dauner Eifelbildverlag. „Das muss jeder haben, dem Wittlich Heimat ist“, so Rodermund, „die Bilder sind bis ins Detail liebevoll handgezeichnet, auch einige bekannte Wittlicher sind verewigt“.
Zurück in Richtung Norden und in die Vulkaneifel. In Daun, Gerolstein und Hillesheim gibt es Buchhandlungen. Die Buchhandlung Werner am Forum in Daun ist Teil eines Papeterie- und Bürobedarf-Fachgeschäftes. In Gerolstein ist (die 2025 verstorbene) Leslie Raabe mit ihrer gleichnamigen Buchhandlung an der Bahnhofstraße seit 40 Jahren am Platze. 120 Quadratmeter groß ist das Fachgeschäft. Eifel-Literatur und Literatur von und über Frauen sind einige Schwerpunkte des Sortiments. Passend dazu ihr Weihnachtsbuch-Tipp: Der zweite Band aus der Reihe „Eifelfrauen“ mit dem Untertitel „Der Ruf der Nachtigall“, von Brigitte Riebe. „Riebe schildert das Leben der Eifelfrauen von früher. Unterhaltsam, glaubwürdig, man kann alles sehr gut nachvollziehen“, so Leslie Raabe.
Natürlich kommt man in der Vulkaneifel in „Deutschlands Krimihauptstadt“ Hillesheim nicht am „Kriminalhaus“ vorbei, eine ganze Welt rund um den Eifelkrimi, in dieser Art deutschlandweit einzigartig: Da wäre das „Krimicafé Sherlock“, idealer Ort mit Krimikulisse für Autorenlesungen des Genres, dazu die von Monika Kramp geführte kleine Buchhandlung „Lesezeichen“, die im „Krimi Kabinett“ nicht nur alle Eifelkrimis des KBV-Verlages ihres Mannes Ralf Kramp führt. Der Verlag hat seinen Sitz im Nebengebäude. Ralf Kramp ist bekannt für seine schwarzhumorigen kriminellen Kurzgeschichten, die allesamt in der Eifel spielen. Dazu gibt es ein kleines Krimiantiquariat und unterm Dach mit dem „Deutschen Krimiarchiv“ eine deutschlandweit einzigartige Sammlung aus mehr als 30.000 Büchern.

Wer sich für Eifelkrimis, Krimis allgemein, aber auch die komplette Veröffentlichungs- und Vermarktungskette eines Buches bis hin zu dessen Archivierung interessiert, ist im Hillesheimer „Kriminalhaus“ bestens aufgehoben. Der Weihnachts-Lesetipp ist spannend auf eher allgemeine Art: „99 1/2 Orte in der Eifel, um die man einen Bogen mache sollte“, ein besonderer, weil satirischer, Reiseführer von Ralf Kramp.
Krimispezialisten in Hillesheim, Fachleute für eher Geistliches anderswo: Im Klosterladen an der ehemaligen Trappistenabtei Maria Wald oberhalb von Heimbach und in zwei Kunst- und Buchhandlungen in bekannten Klöstern gibt es ein nur hier zu findendes Angebot an spiritueller Literatur. In der Abtei Himmerod sind so etwa die Schriften von Bruder Stephan, letzter Mönch der einstigen Zisterzienserbruderschaft vorrätig. Die Buch- und Kunsthandlung am Benediktinerkloster Maria Laach wiederum ist ein Palast für Kunsthandwerk, geistliche Literatur und ein gut sortiertes wie umfangreiches Eifel-Literatur-Sortiment. Hier lohnt sich schon wegen der großzügigen lichtdurchfluteten Architektur ein Besuch.

Nur wenige Fahrminuten weiter westlich in der Osteifel, in Mayen, ist die Filiale der seit 80 Jahren bestehenden Koblenzer Buchhandlung Reuffel mitten in der Stadt in der Fußgängerzone.
Alleinstellungsmerkmal ist schon das regelmäßig erscheinende „Lesemagazin Reuffel Sofa“. Anne Klein, in zweiter Generation Buchhändlerin, sieht vor allem die Leseförderung als einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Über 800 Kindergartenkinder und Schüler der Klassen 4 und 5 waren in diesem Jahr schon in der Mayener Buchhandlung. Die Kita-Kinder ließen sich erklären, wie ein Buch entsteht, was eine Buchhändlerin eigentlich so tut und am Ende konnten die Kids ihr eigenes Buch in Blankdruck mit nach Hause nehmen. Für die Schüler wurde in einem interaktiven Film der Ablauf der Buchentstehung erklärt. „Von der Idee des Autors über den Verlag, das Lektorat, den Druck bis zum Verkauf in der Buchhandlung“, so Uta Adler, „seit 42,5 Jahren“ Buchhändlerin.
Der Lesetipp zu Weihnachten? „Das ist unser Herzensbuch“, freut sich Anne Klein. „Finsterlay“ ist ein ziemlich spektakulärer Bildband im Großformat, den die beiden Fotografen Marc Hillesheim und Olaf Kaul im Selbstverlag veröffentlicht haben. Eine Hommage an die 200.000-jährige Geschichte des Lavastroms und des Basaltabbaus seit der Jungsteinzeit mit Orten wie dem Mayener Grubenfeld, dem „Lavadome“ in Mendig und anderem mehr. Klein und Adler klappen eines der Panoramafotos auf: „Dieses Buch kommt ohne Text aus“, ist Anne Klein überzeugt und begeistert. „Finsterlay“ – ein Kandidat für einen Buchdesignpreis, ist gerade eines der schönsten Bücher aus und über die Eifel überhaupt. (sli)
EIFEL hautnah – Dezember 2024
Buchhandlungen in der Eifel im Internet:
Reinhardts Lesewald, Zülpich: reinhardts-lesewald.buchhandlung.de
Backhaus Buchhandlung: backhausbuch.de (Filialen in Simmerath und Nettersheim)
Pavlik, Kall: buchhandlung-pavlik.buchhandlung.de
Mütter, Bad Münstereifel: muetters.de
Leserei, Bad Münstereifel: die-leserei.de
Bücherecke Blankenheim: buecherecke-blankenheim.buchkatalog.de
Behme, Prüm: buchhandlungbehme.de
Hildesheim, Prüm: buchhandlung-hildesheim.de
Logos, Bitburg: logos-buch.buchhandlung.de
Altstadtbuchhandlung, Wittlich: altstadt-buchhandlung.biz
Nels, Wittlich: nelswittlich.de
Werner, Daun: werner-daun.de
Raabe, Gerolstein: raabe-gerolstein.buchhandlung.de
Lesezeichen, Hillesheim: lesezeichen-hillesheim.de
Klosterladen Maria Wald: kloster-mariawald.de/klosterbetriebe/klosterladen
Buch- und Kunsthandlung Himmerod: abteihimmerod.de/klosterbetriebe/klosterladen
Buch- und Kunsthandlung Maria Laach: maria-laach.de/buchhandlung
Reuffel: reuffel.de (Filiale in Mayen)
Literaturtipps der Eifeler Buchhändler: (Weihnachten 2024)
Steffen Kopetzky: Monschau. Rowohlt Verlag, 2022. ISBN: 978-3-499-00567-1
Albert Pütz: Hecht in Himmerod. Eifeler Literaturverlag, 2024. ISBN: 978-3-96123-092-1
Olaf Müller: Endstation Rursee. Gmeiner Verlag, 2024. ISBN 978-3-8392-0586-0
Manfred Lang (Hg.): Eifel-Winter. Edition Eyfalia, 2. überarbeitete Auflage 2024. ISBN: 978-3-95441-643-1
Katja Hoffmann/Rheinisches Bildarchiv (Hg.): Heinrich Pieroth: In der Eifel. Emons Verlag, 2024. ISBN: 978-3-7408-2329-0
Monika Rolef (Hg): Das neue Prüm. Band 1 (1945-1975), Band 2 (1975-2022). Selbstverlag, 2024 (Band 2). Erhältlich in der Buchhandlung Hillesheim, Prüm.
Ralf Lano: Der Tod kennt verschwiegene Pfade. KBV Verlag, 2024. ISBN: 978-3-95441-701-8
Katharina Thewalt: Unser Wittlich Wimmelbuch. Eifelbildverlag, 2024. ISBN: 978-3-98508-046-5
Brigitte Riebe: Eifelfrauen (2) – Der Ruf der Nachtigall. Wunderlich (Rowohlt) Verlag, 2024. ISBN: 978-3-8052-0103-2
Ralf Kramp: 99 1/2 Orte um die sie einen Bogen machen sollten. KBV Verlag, 2024. ISBN 978-3-95441-633-2
Marc Hillesheim/Olaf Kaul: Finsterlay. Eigenverlag, 2024. ISBN: 978-3-00-077877-3 (finsterlay.de)
Titelbild: „Ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt: meine eigene Buchhandlung“, strahlt Katharina Rodermund von der Altstadtbuchhandlung in Wittlich.

